In einer anderen Welt
Er ist ein schmächtiger Mann. Er trägt Jeans und ein graues T-Shirt, sein Händedruck ist sanft, seine Stimme leise. Wir treffen ihn in einem Land, in dem, wie er sagt, Morde “so leicht sind, wie ein Glas Wasser zu trinken”.
“Die internationale Gemeinschaft will uns hier doch nur abschirmen, um sich vor dem Terrorismus zu schützen. Wirkliches Interesse an einer Demokratisierung gibt es nicht.”
Der Mann will Menschenrechtverletzungen benennen, er klagt Machtstrukturen und Korruption an.
Jetzt soll an seinem Bruder, ein junger Journalismusstudent, ein Exempel statuiert werden.
“Sie haben ihm die Nase und den Unterarm gebrochen, dann hat er das Geständnis unterschrieben”, sagt er und fasst sich dabei nicht nur an die Nase und den Unterarm, sondern wiederholt den Satz gleich noch einmal.
Nach dem Urteil ging der Fall durch die Presse. Die Todesstrafe für das Herunterladen und mutmaßliche Verbreiten der Inhalte einer Website? “Ich bringe diesen Fall zu Ende”, erklärt er trotz Morddrohungen.
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